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Tags: Anthroposophie, Geisteswissenschaft, Rudolf, Steiners,
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Anthroposophie - die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners
28.03.2011, 15:26
Beitrag: #1
Anthroposophie - die Geisteswissenschaft Rudolf Steiners
Der wohl höchste Eingeweihte, der in der neueren Zeit im Abendland aufgetreten ist, war Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie.

Rudolf Steiner wurde am 27. Februar 1861 in Kraljevec (damals Österreich-Ungarn) geboren.
Schon in seiner Kindheit, die er an verschiedenen Orten Österreichs verbrachte, erlebt er, daß sich ihm eine übersinnliche Welt eröffnete, die, wie er bald erkennen mußte, für alle anderen Menschen in seinem Umfeld nicht vorhanden war.
Über seine reichhaltigen übersinnlichen Erfahrungen und Erlebnisse hüllte er sich aber vier Jahrzehnte lang in Schweigen.
In seinen späteren Lebensjahren sagte er einmal, daß es ein okkultes Gesetz gebe, daß man über geistige Erkenntnisse erst dann öffentlich reden dürfe, nachdem man alles, was andere an solchen Erkenntnissen schon aufgenommen und dargestellt haben, selbst aufgenommen und verarbeitet habe.
Schnell erkannte er, daß man alle Erscheinungen und Tatsachen der physischen Welt nur dann im wahren Licht sehen könne, wenn man ihre Ursachen und Hintergründe kennt, die man ausschließlich in geistigen Welten finden könne.

Nach dem Abitur studierte Rudolf Steiner von 1879 bis 1882 an der Technischen Hochschule in Wien Mathematik, Naturwissenschaft, Literatur, Philosophie und Geschichte.
Zehn Jahre später promovierte er zum Doktor der Philosophie an der Universität Rostock.
Er mußte sich die Frage vorlegen, wie seine übersinnlichen Einsichten und Erkenntnisse mit den naturwissenschaftlichen Methoden und Ansichten, die das Bewusstsein der modernen Menschen beherrschten, zu vereinbaren seien.
Zunächst knüpfte er an die bis dahin wenig gewürdigten Erkenntnis-Ansätze in Goethes naturwissenschaftlichen Schriften an, bevor er mit der Darstellung seiner eigenen Erkenntnistheorie begann, die 1894 mit der Fertigstellung seines Werkes >Philosophie der Freiheit< ihren Abschluss fand.
Mit dieser rein philosophischen Arbeit, in der er noch nicht auf irgendwelche okkulte Tatbestände Bezug nahm, zeigte er einen Weg auf, der die moderne Wissenschaft zur Anerkennung des Übersinnlichen führen könnte.

Erst nach vielen Studien und vorbereitenden Tätigkeiten beendete er kurz nach der Jahrhundertwende im Alter von nun 40 Jahren sein Schweigen über seine übersinnlichen Erfahrungen und Erkenntnisse.
Zunächst fand er nur in den Reihen der 1875 von Helena Petrowna Blavatsky, geb. Hahn und H. ST. Olcott begründeten Theosophischen Gesellschaft eine geeignete Zuhörerschaft.
Steiner wahrte stets seine völlige Selbständigkeit und stellte im Gegensatz zur üblichen theosophischen Lehre das Christus-Ereignis als den Mittelpunkt des Weltgeschehens dar.
1913 trennte er sich von der Theosophischen Gesellschaft und gründete die Anthroposophische Gesellschaft.
Nun konnte er seine geistige Unabhängigkeit und Selbständigkeit auch im Äußeren bewahren.
In der Zwischenzeit hatte er eine Reihe von Büchern geschrieben, in denen er seine geistigen Erfahrungen und Erkenntnisse der Öffentlichkeit zugänglich machte.
Das Arbeitspensum, das er sich von nun an bis an sein Lebensende aufgab, übersteigt jedes menschliche Vorstellungsvermögen. Dabei wurde er von der Einsicht angetrieben, daß es eine Notwendigkeit der gegenwärtigen Zeit sei, gesicherte geistige Erkenntnisse in die Welt zu bringen. Neben seinen weiteren permanten Forschungen in der geistigen Welt und unzähligen anderen Betätigungen und Verpflichtungen fuhr er zu Vortragsreisen durch ganz Europa.
Insgesamt hat er einige tausend Vorträge gehalten, in denen er seine umfassenden übersinnlichen Erkenntnisse und Forschungsergebnisse darstellte.
Die Vorträge, die der breiten Öffentlichkeit zugänglich waren, wurden zum Teil von bis zu 1000 Menschen besucht.
über intime Erkenntnisse sprach er nur im Kreise der Anthroposophischen Gesellschaft, wo er davon ausgehen konnte, daß die Zuhörer schon durch andere Vorträge oder Kurse für diese Themen vorbereitet waren.
Dutzende seiner Vorträge hielt er für bestimmte Berufsgruppen, die ihn darum baten, zu ihnen zu sprechen: Ärzte, lehrer, Theologen, Landwirte usw. Hier sorgte er immer wieder mit seinem erstaunlichen Fachwissen für Verwunderung. Neben all seinen sonstigen Verpflichtungen nahm sich Rudolf Steiner in seinen letzten Lebensjahren noch nahezu täglich die Zeit, unzählig vielen Menschen, die mit ihren kleinen und großen Sorgen zu ihm kamen, Rat zu geben.

Rudolf Steiner starb am 30. März 1925 in Dornach (Schweiz).
Er hinterließ ein so umfassendes Lebenswerk, daß es noch Jahrhunderte dauern wird, bis es in seiner Gänze und all seinen Auswirkungen von der Menschheit überschaut und hinreichend gewürdigt werden kann.
Zu seiner Hinterlassenschaft gehören etliche von ihm geschriebene Werke und mehr als 300 Bücher, die mittlerweile herausgegeben worden sind und Mitschriften seines Vortragswerkes darstellen.
Mit seiner Anthroposophie hat er der Welt etwas Einzigartiges vermacht.
Anthroposophie ist keine okkulte Lehre im herkömmlichen Sinne. Sie verbindet das, was man über das Sinnliche wissen kann, mit dem, was an Erkenntnissen nur aus geistigen Welten geholt werden kann.
Im Gegensatz zu den anderen Wissenschaftlern war Steiner einer, der die Grenze, welche die übersinnliche von der sinnlichen Welt trennt, zu überschreiten vermöchte. Seine Darstellungen sind daher nicht nur wissenschaftlich, sondern über-wissenschaftlich.
Somit kann die Anthroposophie auch mit Recht als >Geisteswissenschaft< bezeichnet werden.
Rudolf Steiner sprach sich immer wieder entschieden gegen Dogmatismus aus, weil er jedwede Form von autoritativen Belehrungen als unzulässigen Eingriff in die menschliche Freiheit ansah. Daher wollte er für seine Anhänger auch niemals als >Guru< gelten, dem man alle Aussagen nur aufgrund seiner persönlichen Autorität abnehmen sollte. Er forderte vielmehr immer wieder auf, seine Schilderungen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln kritisch zu hinterfragen und zu überprüfen.
Die Lehren der Anthroposophie stehen weder im Widerspruch zu den Erkenntnissen der modernen Naturwissenschaften noch zu den Lehren des Christentums. Sie machen ganz im Gegenteil letztere erst so recht verständlich.
Die Anthroposophie vermag es somit, die eingangs geschilderte Kluft zwischen Wissen und Glauben zu überbrücken.

Es gibt heute im übrigen eine ganze Reihe von Errungenschaften und Einrichtungen, die aus der Anthroposophie geflossen sind. Diese sind zumeist von Rudolf Steiner selbst begründet worden.
Zumindest aber stand er denjenigen, die als Gründer auftraten, mit Rat und Tat zur Seite.
Hierzu sind insbesondere die Waldorfpädagogik und die Waldorfschulen, die anthroposophisch orientierte medizin, die Eurythmie, der biologisch-dynamische Anbau in der Landwirtschaft und die Christengemeinschaft (Bewegung für religiöse Erneuerung) zu zählen.




Wer an die Quelle geistiger Wahrheiten gelangen möchte, muß gegen den Strom der vorherrschenden Meinung schwimmen.
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